29. Juli 2026 readingfinnish, Helsinki
In Stockholm fahren wir mit dem Bus zur Fähre. Wir sitzen oben und gucken uns in 20 Minuen das Panorama der Stadt an, malerisch wirkt es auf miich und felsig, überall Felsen und Wasser.
Am Fährterminal angekommen beschließen wir einfach den anderen hinterher zu laufen. Es ist sehr voll und doch nicht, ein Self-Check-In-Schalter ist sofort frei. Ich scanne das Ticket und bekomme 3 Bordkarten ausgedruckt, dann laufen wir mit anderen zusammen lange Gänge entlang, Rolltreppen, eine Gangway und stehen unvermittelt an einer Art Rezeption. Ein Mitarbeiter scannt die Bordkarten und weist uns zu unserem Deck, Innenkabine Deck 5. Wir stellen uns am Aufzug an, fahren irgendwann gequetscht an Kinderwägen, Koffer los. Die Kabine ist funktionell. 3 Betten, eine Sitzbank, ein Bad und ein Fernseher. Dort läuft eine Sicherheitseinweisung. Nach etwas Pause und Betteneinteilung laufen wir hoch zum Sonnendeck um die Abfahrt mitzuerleben.
Gegen Reisekrankheit habe ich mir in der Apotheke Akkupressurarmbänder gekauft, die ich am Handgelenk trage. Schon im Zug waren sie hilfreich und wirkungsvoll. Tabletten oder Kaugummis wollte ich nicht, da ich die Kinder dabei habe und die Apothekerin mir sagte, die würden einen eher ausnocken. Einziger Nachteil, die Bänder sind sehr eng und babyrosa. Was hilft, das hilft.
Die Aufzüge sind hoffnungslos überfüllt und so gewinnen wir schon mal den Überblick was auf welchem Deck los ist. Ganz oben, ganz vorne erleben wir die gemächlichen Start eines Riesenschiffs. Langsam zieht die Landschaft an uns vorbei. Die schwedische Fahne wird eingeholt, es sieht kurz nach Regen aus. Nach einem Snack und einer Runde Stadt-Land-Fluss, spazieren wir los. Am Heck ist Sommerlounge mit Livemusik, der riesige Schornsteinbläst schwarzen Rauch. Wir beobachten die Wellen, die im Sonnen-Wolkenschein glitzern.
Beim Rundgang auf der Kinderdeck schauen wir im Kino, Spongebob, beim Schwarzlichtminigolf, Tischtennis, Legoraum vorbei. Bei letzterem sitzen Eltern wie paralisiert durch zu wenig Schlaf herum, während der Mininachwuchs Steine umräumt oder auf dem Boden robbt.
Wir folgen den Hinweisen zum Hundedeck, nachdem wir einen beim Gassigehen getroffen haben und finden ein Stück Kunstrasen mit Plastikbäumen und Abflussrinne nebst Mülltonne. Gucken uns die Rettungsboote an und immer wieder kleine Inseln mit Holzhäusern drauf, Minileuchttürme, die Wellen, andere Boote.
Das Casino, Pub, Restaurantdeck haben wir schnell durch, fast alles ab 18. Ich versuche Taxfree zu erklären, es erscheint uns trotzdem alles extrem teuer. Wir kaufen nur eine Fanta Himbeere, die das Kind sich auf mehrere Tage einteilen wird, um länger etwas davon zu haben.
An der Rezeption entdeckt das andere Kind einen A°-Land Briefkasten. Wer hier etwas abschickt, bekommt einen Nautiksonderstempel. Das lässt mich natürlich nicht los. Und später nachdem Duschen und Bettfertigmachen ziehe ich mich nochmal um, nehme meine Postkarte, ID aus Schweden, Karte gekauft in Stockholm am Bahnhof und gehe zur Rezeption. Ich erkundige mich, ob sie Briefmarken für den Briefkasten verkaufen. Natürlich! Ich kaufe eine mit der Vikingline Fähre drauf, 4 Euro, krass teuer, klebe sie auf und werfe die Karte ein. Nachts hält die Fähre in Mariehamn auf A°-Land und ich hoffe, der Kasten wird dort geleert. Bin gespannt, wann sie ankommt und ob die Empfängerin sich freut.
Am nächsten Morgen erwachen wir zu Regenwetter, wie wir am Frühstücksbuffet sehen. Wir sitzen vorne und gucken aufs Meer. Es gibt Zimtschnecken, Eierkuchen, Ofengemüse und ich probiere alles wo vegan dran steht. Den Rest kann ich nur raten, irgendwelche Cremes, Käse, Pastete, Reisbrei?, Backkartoffeln mit Zwiebeln. Am Kaffeeautomaten lasse ich ohne Absicht meine Tasse überlaufen und muss kurz wischen. Nicht shclimm, aber heiß.
Finnische Pastete mt Reisbreifüllung. Jammijamm.
Bis zur Ankunft in Helsinki dauert es nicht mehr lange. Dann betreten wir finnischen Boden. Noch in den langen Gängen am Terminal, geht an meinem Koffer ein Rad kaputt. Es regnet etwas. Ich erspähe eine Tram, die uns zum Hauptbahnhof bringt. Ich merke mir den Weg der Straßenbahn für später, gucke nach Einkaufszentren zwecks Kofferneuanschaffung. Im Bahnhof miete ich ich riesiges Fach für 6,90 €. Dann laufen wir los mit Schirm Richtung Präsidentenpalast. Dort lauschen wir eine Weile den internationalen Militärkorps, Schweiz und Kanada sind dabei, bevor wir uns zum Hafen begeben. Mit einer Minifähre fahren wir Richtung Felseninselfestung Suomenlinna. Vor uns fährt gigantisch groß die Vikingline Richtung Tallin. Die ist deutlich schneller und entschwindet bald in der Ferne.
Die Fahrt ist angenehm, es ist weniger kalt als gedacht, trocken. Auf der Insel ist gefühlt erstmal überall Baustelle, das trübt mein Erlebnis, auch bin ich unterwältigt von den Eintrittpreisen. Kirche 8 und 5, U-Boot ebenfalls. Fast überall fieses Kopfsteinpflaster. Ich finde auch keine der auf dem Plan angegebenen Toiletten. Aber wir sind an der frischen Luft ohne Großstadttrubel. Am Ende besuchen wir das Museum. 20 Euro für 2 große Räume über die Geschichte der Festung und eine finnsches Glas Ausstellung. Im Museumsbistro bekommen die Kinder Eis, bevor wir uns wieder zurück schippern lassen.
Nun beginnt der Spaziergang Richtung Bahnhof, Stopp in einem Souvenirshop um Postkarten und Briefmarken zu kaufen. Stopp im Stockmann Edelkaufhaus, es gibt Koffer für über tausend Euro. Stopp im Forum-Center, kein Kofferladen. Stopp am Bahnhof, die Koffer auslösen und Spaziergang zur Ferienwohnng. Nach der ersten Kopfsteinpflasterstrecke gibt mein zweites Kofferrad auch auf und ich muss das Ungetüm wie ein totes Tier hinter mir herschleifen. Meine Laune ist noch nicht gekippt, aber es ist sehr schwer. Das Auffinden des Schlüssels ähnelt den Beschreibungen eines Geocaches. Gehen Sie zu Hausnr 40, siehe Foto, auf der gegenüberliegenden Seite am Zaun befinden sich Schlüsselkästen. Suchen Sie den mit dem blauen Punkt an der Seite, geben Sie den Code XXX ein. Mit Maps finde ich Haus 40, welches am Ende der Straße liegt, dann den Zaun. Etwas erschöpft komme ich siegreich mit dem Schlüssel zu den Kindern zurück, die vor dem Ferienwohnhaus warten. Es gibt einen Aufzug von 1870 gefühlt, mit Gittertür und so, es passt jeweils nur eine Person hinein. Bin aber froh, dass er in den 6. Stock fährt. Zur Sicherheit kontrolliere ich den finnischen Aufzugtüv, bis 2027.







