28. Juli 2026 readingfinnish ist unterwegs
Ein kleiner Rückblick auf die Urlaubsvorbereitung, bereits Anfang des Jahres habe ich Zugverbindung und Fähre Berlin-Stockholm-Helsinki gebucht. Ich habe aufmerksam den Blog von zugpost und die Reisebeschreibungen von Live aus Turku gelesen und wusste, das will ich auch, nach Turku und Finnland und überhaupt. Zugfahren, Abenteuer Fähre ausprobieren. Es wurde dann abenteuerlich, als ich einen Tag vor Abreise feststellte, dass der worst case eingetreten war. Abfahrt des Zuges 1,5 Stunden früher, aber nur bis Malmö. Hektisch und nach einem geharnischten Wutanfall kontaktierte ich die SJ per Chatbot, der mich nach kurzer Zeit mit einem echten Menschen verband. Auf Englisch bat ich um Hilfe, problemlos bekam ich Ersatztickets kostenfrei für einen anderen Schnellzug ab Malmö per Mail zugeschickt.
Problem: Umstiegszeit 3 Minuten, ich bekam Kopfschmerzen. Wie sollte sich das ausgehen? Spätere Züge waren ausgebucht oder zu spät um die Anschlussfähre zu erreichen. Einige schöne Stunden in Stockholm konnte ich mir abschminken. Mit Atemübungen und einem schnellen Spaziergag bekam ich mich einigermaßen wieder in den Griff. Ich nahm alle gedrückten Daumen der Kolleginnen und Nachbarschaft, die ich kriegen konnte, die Aufregung stieg ins unermessliche.
Einen Tag später ging es endlich los. 30 Grad in Berlin, der Nachtzug stand schon am Gleis bereit. Nach kurzer Verwirrung, welches Abteil, wir hatten 2, einmal 1 Bett, das andere 2 Betten, wo packen wir das Gepäck hin.. ging es los! Bequeme Betten und ein aufklappbares Waschbecken im Abteil, bis zum Abend machte ich 6 Kurzschläfchen, wir besuchten uns gegenseitig, die deutsche Zugchefin bat mich die schwedischen Kollegen am Morgen zu kontaktieren, wegen der 3 MINUTEN. Kein WLan im Zug, ist anzumerken. (Die 1,5 Stunden frühere Abfahrtszeit standen wir nachts in Dänemark herum.)
Was soll ich schreiben, nach einer dem Nachtzug angemessenen schlechten Nacht, eiskalte laute Klimaanlage und Geratter, sprach ich auf Englisch mit der schwedischen Zugchefin, sie versprach mit dem Lokführer zu telefonieren und meinte, der Anschkusszug wartet nicht, weil es ein Schnellzug ist. Aber aktuell wären wir eine Stunde zu früh dran und wenn die schwedische Bahn uns nicht vor Malmö warten lässt und ein Gleis frei ist, dann… Der Zug gab Gas.
Ich bekam einen Gratis-Kaffee, danke SJ, es gab ein abgepacktes Frühstück für jeden, das hatte ich gar nicht auf dem Schirm gehabt und unsere Rucksäcke waren voll mit Snacks.
Unterwegs schickte die SJ einen 20% des Fahrpreises Entschädigungsgutschein. Es wurde außerdem ab 10.30 Uhr in Malmö eine Replacement Zug bereit gestellt, der 15.30 in Stockholm ankommen würde, für alle die in Malmö stranden würden. Der wäre aber deutlich zu spät für unseren Anschluss an die Fähre.
Hero of the Day: die Zugchefin feierte mit mir die Ankunft in Malmö, 30 Minuten zu früh! Die Ereichterung sackte uns in die Glieder, so viel Glück gehabt! Der Anschlusszug stand am Gleis gegenüber. Wir hatten ein 1. Klasseticket bekommen, fuhren in gemütlichen Sitzen durch Schweden! Im Abteil eine Ecke mit Gratisgetränken, Obstschale und Schokolade. Kurz nach dem Einsteigen verteilte die SJ gratis Frühstück an alle der 1. Klasse. Genug Essen für den Rest des Tages. Ich schlief, trank Hafermilchkaffee, las, schlief. Beste Anschaffung für den Urlaub ein Nackenkissen. Guckte aus dem Fenster auf rotweiße Häusschen, sah Storch, Kranich, Raubvögel. Da ich nichts verstand, störte es mich auch nicht, dass ich einen Teil der Strecke jemand neben mir hatte, der telefonierte.
Der Tag endete mit pünktlicher Ankunft in Stockholm, etwas rumhängen am Bahnhof, Postkarten kaufen, eine Postcrossing-Adresse ziehen mit schwedischer ID Nummer, Fahrt mit dem Bus zum Fähre-Check-In. Dabei kurz die wunderschönen Ansichten von Stockholm genießen. Wir mussten an einer Hochklappbrücke warten, bis Schiffe durchgefahren waren ca 5 Minuten. Die ganze Straße klappte hoch, beeindruckend.


