23. Mai 2026 Kunst klingt, fühlt, duftet

23. Mai 2026 Kunst klingt, fühlt, duftet

Schön ist es, wenn die Kinder ihren eigenen Aktivitäten nachgehen, dann habe ich Zeit ins Museum zu gehen. Mit der Jahreskarte ist das dann, mal rechnen: 59 Euro minus 16 für Hamburger Bahnhof ist gleich 43. 43 minus Fotografie Museum 12 ist gleich 31 Euro.
Hamburger Bahnhof, Lina Lapelytės Performance „We Make Years Out of Hours”  Schon auf dem Vorplatz empfängt mich ein leichter Geruch nach frischgeschnittenem Holz. Atmosphärische Klänge höre ich. Viele Menschen sind beschäftigt aus hunderten von Holzklötzen etwas zu Bauen. Ich lese, dass samstags zwischen 14 und 17 Uhr Performance Künstlerinnen vor Ort sind. Die Musik entfaltet sich in der großen Halle und schwingt durch die Weite, wird nur durch einstürzende Bauten und ängstliche, mütterliche Rufe: Moooritz?! Mooritz?! unterbrochen. Es ist warm, am Ende der Halle sind die großen Tore geöffnet. Es ist sommerlich heiß in Berlin. Ich gehe am Rand im Wandelgang würde ich sagen, eine Schräge empor, schaue leicht von oben herab. Es werden Selfies gemacht, viele viele Kinder sind dabei, Pärchen, die Schneckentürme, einen Thron bauen. Nach und nach mache ich aus, wer denn singt, die Performance-Menschen tragen ähnliche Kittel, agieren mit den Klötzen alleine oder singen im Chor. Ich fühle mich aufgenommen, obwohl ich nicht mit baue.
Im Museumsshop könnte man einen Klotz für 8 Euro erwerben.
Five Preludes des Berliner Künstlers Saâdane Afif interessant nachzulesen, was die Dinge bedeuten. Insbesondere für mich schön schräg und lustig die Informationen über die Fountains und den Hintergrund dazu.
Shilpa Guptas Skulpturen und die Rauminstallation mochte ich sehr. Zwischen den Betonbuchstaben TRUTH zu herumzugehen, die Wucht und Scharfkantigkeit der Wahrheit zu fühlen. In den dunklen Raum zu treten und drinnen kurz zu warten, bis die Augen sich an die Lichtverhältnisse gewöhnt haben. Lampen und Mikrophone, aus denen Stimmen ertönen. Beides bewegt sich an Schienen, in einem festgelegten Tanz. Zuerst dachte ich, es sitzt jemand auf einer Bühne vorne. Das sind dann aber die Besuchenden, die Teil des Kunstwerks werden. Licht und Schatten.

Giulia Adreani malt mit Fotografien, was einen eigentümlichen Effekt hat, der mich berührt. Auf den großen Bildern erstellt sie Collagen.

Viel Kunst, ich hätte noch länger gucken können und wenn ich die Webseite des Museums durchsehe, muss ich bald mal wieder dorthin. Schwarzweiß Postkarten habe ich zur Zeit am liebsten. Es gab eine kleine Auswahl im Museumsshop zu kaufen.
Auf dem Hinweg war die S-Bahn zwar verspätet, Signalstörung, fuhr aber durch. Am Alexanderplatz ein Meer aus VFB dekorierten Fußballfans: Wir sind im Finale Juhu Fanfestival. Entsprechend war die Bahn auch gut gefüllt.
Auf dem Rückweg fuhr die S-Bahn gleich gar nicht mehr, also nutzte ich die U-Bahn ab Hauptbahnhof. Das war insofern eine gute Entscheidung, denn es war 10 Grad kühler als oben. Oben sah ich den noch abgesperrten, künftigen Zugang zur S-15. Es gab beruhigende Musik am Bahnsteig, dann fuhr die U-Bahn auch nicht wegen einer Störung, immerhin saß ich schon drin, hatte es kühl und wartete. Ab U-Bahnhof Bundestag füllte sich die Bahn, wie Würstchen ins Glas gequetscht. Weiß auch nicht, warum ich daran denken musste. Erstaunlicherweise roch es nicht. Der Bus hatte im Anschluss ebenfalls Verspätung, doch wenn ich frei habe, ist das alles machbar. Ein Einkauf beim Discounter auf dem Rückweg, es wird wohl etwas mit Süßkartoffel geben. Im Briefkasten waren 11 Karten! Bestes Hobby ever. Dann Abendessen zu Hause, Serie gucken, lesen. Warme Luft von draußen genießen.
Mauersegler sind nun allerorts zu hören und zu sehen, auch bei iberty. Rasend schnell und stets zu zweit unterwegs die Vögel. Ihre Rufe sind Sommer.

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