5.4.2026 #WMDEDGT?

5.4.2026 #WMDEDGT?

Am 5.4.2026, der dieses Jahr Ostersonntag ist, fragt Frau Brüllen die Bloggerszene, was sie eigentlich den ganzen Tag so macht. Dankeschön.
Ich mache Urlaub! Heute ist der erste Tag. Statt zum 7 Uhr Wecker aufzustehen habe ich noch bis nach 8 rum geschlummelt und Hörbuch gehört, die Ghost Stories von Siri Hustvedt sind teilweise zu bedrückend, dass ich sie nicht an einem Stück hören kann und zwischendurch auf andere Lektüre zugreife. Nun denn während Paul Austers Sterbekapitel bin ich endgültig aufgestanden. Und werde sie heute eher nicht mehr weiterhören. Niedrige Dosierung.
Nach einem fantastischen etwas verspätetem Waffelosterfrühstück begaben wir uns auf große Ostersuche. Es haben alle noch Spaß daran! Ein Highlight war der Moment, als 3 Mal Osterschokolade vom vergangenen Jahr auftauchte. Zwei schon weiß angelaufen, eins ging noch zu essen. Nach über einer Stunde und reihum für die anderen Verstecken, waren wir fertig. Die Stimmung ist fröhlich, ein Schokoei wird aber wohl erst nächstes Jahr gefunden werden. Das war eine gute Zeit zusammen.
Nach einem Päusschen machte ich mich ans Kochen, ich hatte im Kochbuch geblättert und für Sesamhähnchenschnitzel und Brokkoli mit einer leckeren Erdnusssoße eingekauft. Am Ende habe ich nur eine Dreiviertelstunde für alles gebraucht, aber sehr volle Töpfe benutzt und viele Arbeitsschritte parallel im Auge halten müssen. Aus Nostalgie ließ ich den Livestream aus Rom vom Petersplatz laufen, selber Schuld, wenn mir dabei düstere Gedanken kommen nicht war. Das Osterfest und die katholischen Riten dazu, sind doch ziemlich fest in mir verankert und es war mir in meiner Jugend immer das liebste Fest. Im Grunde war es in meiner Jugend eine gute Gelegenheit in den Ferien nicht zu Hause zu sein und mit Gleichaltrigen etwas zu unternehmen, sei es im kirchlichen Rahmen. Da mir der Glaube als junge Erwachsene sehr schnell abhanden gekommen ist und ich ihn auch nicht mehr gepflegt habe, war der Austritt eine für mich logische Folge.
Während ich solche Gedanken hin und her schiebe, stelle ich Weißbrotbrösel her, mische diese mit Sesam, Koriander, Kurkuma, koche ich Reis, dämpfe Brokkoli, brate Knoblauch, Erdnüsse und Gewürze an, wälze das Fleisch in dreierlei Schüsseln, brate auch dieses. Zum vatikanischen Ostersegen bin ich fertig und es ist lecker geworden. Die Balkontür steht auf, es ist mild draußen. Abwechselnd lassen uns die Pollen nießen. Das Wetter scheint durchwachsen, nachmittags soll es windig werden und nass. Nach dem Essen steht die Küche voll mit Geschirr, danke an unsere Spülmaschine, die das regelt.
Ich lege mich eine halbe Stunde hin, schlafe aber nicht ein. Im Angesicht des Wetters beschließe ich doch nicht in den Park zugehen, sondern ins Museum. Am Ostkreuz trennen sich unsere Wege, die Kinder gehen auf einen österlichen Nachmittagsbesuch, ich fahre weiter bis zur Museumsinsel. Das ist der U-Bahnhof mit dem Sternenhimmel. Im Humboldtforum war ich sehr lange nicht mehr, liegt eben nicht auf dem Weg. Mit einem Tagesticket betrete ich die Berlin Global Ausstellung.
Ich bekomme (freiwillig) ein Armband, mit dem ich an einigen Stationen abstimmen kann und mich bei jedem Raumwechsel entscheiden soll, durch welche Tür ich gehe. Über der einen steht zum Beispiel: Ich mag feste Grenzen. Über der anderen: Ich mag Freiraum. Leider wusste ich nicht, dass ich an den Stationen immer nur eine Stimme habe und nicht zwei Sachen auswählen kann. Daher wurde meine „Teilnahme an der Rebellion“ nicht gewertet, sondern leider nur „Informieren über die Rebellion“. Insofern ist das Endergebnis leider etwas schief für mich. Auf das Kuscheln in riesigen Sitzsäcken am Ende und mit anderen Besucherinnen die Ergebnisse austauschen, verzichte ich.
Berlin im Spiegel so vieler Themen, einiges wurde sehr kurz gefasst, an andere Bereiche hätte ich von mir aus gar nicht gedacht. Geschichte, Politik, Gesellschaft, Revolutionen, Mauerbau und Mauerfall, Mauertote, Märzgefallene, Kolonialismus, Kriege, Klima, Bildung, Ab- und Zuwanderung, Wohnen, Datenüberwachung, DJ, Musik, Lebenswege Zugewanderter und so viel mehr, dass ich danach eigentlich keinen Kopf mehr für noch was anderes hatte. Ich habe mit Kopfhörern getanzt in einem Raum, das habe ich lange nicht mehr gemacht. War ein gutes Gefühl.

Ich habe mir noch die Ausstellung Beziehungsweise Familie angeschaut. Die ist gut geeignet, wenn man mit der Familie hingeht oder mit Menschen, die sich gegenseitig mögen und keine Scheu haben, zusammen Geschichten zu schreiben, eine Familienaufstellung zu machen. Alleine ist es etwas fad.
Ich habe mir einige kurze Filme über internationale Riten angeschaut, eine Massai hat erzählt, welches Essen sie ihren Gästen anbietet, ein türkischer Teppich wurde gewebt und jeder aus der Familie findet sich darin wieder. Es riecht nach Farbe und frischem Holz in den hohen Räumen, bunt und einladend wirken sie auf mich. Doch weniger zu sehen, mehr zu machen. Ich bin schnell wieder raus.
Die kostenlose Wasserausstellung On Water liegt auf dem Weg. Ich gehe einmal zügig hindurch. Forschung in Berlin, zum Beispiel wird an der Gewinnung von Wasser aus Wüstenluft geforscht. Da schaue ich noch mal mit mehr Muße vorbei. Es hat zwischendurch geregnet und ist windig, wie angekündigt. Die Heimfahrt klappt gut.
Nach kurzem Ausruhen zu Hause und quatschen mit den Kindern, mache ich normales Abendessen. Stullen, Gemüseteller, Joghurt, Tee. Dabei gucken wir Die Maus und eine kurze Berichterstattung zum Artemis II Start. Deswegen lande ich beim Artemis II live Astronautinnen gucken. Also läuft heute Abend, während des Schreibens, nebendran NASA Artemis II live.
Manchmal gibt es auch etwas zu hören, etwas wenn Houston eine Frage hat oder etwas erklärt. Es ist ein Gewusel auf 3 Kubikmeter, ein Trinkschlauch schwebt herum, Trink/Essenpäckchen schweben vor Mündern, ein Stück Essen wird zum Kollegen geschwebt, der es mit dem Mund auffängt. Laut Housten geht es um Highdrationsnacks. Und niemand guckt raus oder macht etwas offensichtlich wissenschaftliches. Vielleicht bereiten sie ihr Abendessen und anschließend ihren Schlafplatz vor, wie Nest bauen, sieht das aus. Ich würde vermutlich nur am Fenster kleben, Fotos ohne Ende machen und parallel dazu Sprachaufnahmen machen, um diese später zu Hause zu verschriftlichen. 4 Menschen turnen in dieser Raumkapsel herum und ich kann ihnen dabei zu sehen, wie einer in einer Tür im Boden verschwindet. Die Toilette? Sie reiben sich die Augen, gestern saß einer in der Badewanne. Ab und an wird ein Daumen hoch gezeigt oder es schwebt etwas herum. Es sind nicht immer alle im Bild, obwohl der Raum so klein erscheint. Mittlerweile führen sie nun eine Übung durch, bei der Sicherheitssitze, die 6 Tage Überleben garantieren, aufgebaut und getestet werden.
Gleich Zähneputzen und ab ins Bett.
Freue mich aufs Wegfahren nach München mit hoffentlich keinen berichtenswerten Zugerlebnissen.

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