8.8.2026 readingfinnish Rokua Nationalpark
Es ist ein schöner sonniger Tag und ich habe einen Ausflug zum Rokua Nationalpark herausgesucht. Der Flyer aus der Tourinfo verspricht schöne Wanderwege, von der Eiszeit geformte Landschaft und den Kindern streckenmäßig passende Rundwege. Wir fahren mit den Zug ab Oulu bis Utajärvi. Der Bahnhof besteht aus geschlossenen gelben Holzgebäuden, dahinter ist eine breite Straße. Es gibt einen Wegweiser zu einem Infopunkt des Nationalparks. Wir laufen ein Stück an der Straße entlang, biegen ab und vor uns liegen Parkplätze, Supermärkte, Pizzerien. Es ist Sonntag (2.8.) und nichts ist los. tatsächlich ist am Rand des Parkplatzes der Infopunkt. Außer der Info, dass es eine App geben soll, entnehmen wir nicht viel. Es gibt ein paar Hinweistafeln zu Gesteinen, die die Entwicklung der Erde seit dem Urknall dargestellen.
Die App stürzt leider immer ab und ist unbrauchbar für mich. Ich bin schon etwas entnervt und suche mit der Geocaching App und Maps, wo wir denn nun hingehen müssen. Wir durchqueren die Betonwüste und dann stoßen wir auf einen wunderschönen Fluss, die Bäume und Wolken spiegeln sich malerisch im Wasser, auf der anderen Seite der Brücke sind etliche Wegweiser zu Wanderungen. Wir suchen uns einen Rundweg aus uns laufen los. Auf einer Inseln zwischen 2 Flüssen.
Dabei gehen wir an einigen Körben des Frisbeegolfsports vorbei, der in Finnland betrieben wird. Wir passieren einen rostigen Skilift, finden dort den Tagescache, und einen Hundesportplatz. Dann sind wir im Wald. Trompetenförmiges Moos wächst auf Felsen zwischen Blaubeersträuchern überall. Es geht ein bisschen aufwärts und dann abwärts, eine Weile bis wir an eine Brücke kommen, unter der sich der höhergelegene Fluss links in den niedrigeren rechts mit einem kleinen Wasserfall ergießt. Wir laufen den Rundweg zurück, müssen diesmal ein wenig mehr klettern, es ist warm, tatsächlich hält das Mückenspray die Viecher ganz gut ab, nur am Sonnenhut lege ich nach, nachdem mich eine durch den Hut gestochen hat.
Hier wächst weiß leuchtendes Rentiermoos in riesigen weichen Kissen auf dem Boden. Fast am Ende der Runde tut sich ein einsamer Sandstrand am Flussufer auf, mit Bänken, Umkleidehäusschen, Trockentoilette, Badesteg. Hier rasten wir, ich liege auf dem Rücken schaue in die Wolken und beoachte das Wolkenspiel im Wasserspiegelbild.
Es ist sehr idyllisch, das Wasser am Ufer angenehm temperiert, klar, ab und zu erwischt mich von unten eine eisige Strömung. Das Wasser ist auch hier braun gefärbt, die Sonne macht rotblauviolette Schattierungen. Wir spielen Cabo, ich finde einen Libellenflügel. Den klebe ich später in mein Reisenotizheft. Das Kind fotografiert am Steg Fische im Wasser, Zehen graben im Sand. Es bleibt warm. Ein paar Kinder rudern von der gegenüberliegenden Seite herüber, um am Steg zu baden. Ein Wohnmobil hält kurze Zeit an, der Mann grüßt freundlich, spricht aber anscheinend kein Englisch, geht kurz ins Wasser und fährt dann wieder ab, ein Mensch kommt durch den Wald mit einem Frisbee in der Hand. Dass die Körbe für Frisbeegolf sind, haben wir im finnischen Fernsehen gesehen.
Als wir zum reservierten Zug zurückgehen, fühle ich mich schön durchgewärmt und erholt. In einem der Supermärkte holen wir noch Eis und ich finde hübsche Moomin Postkarten an einem Drehständer. Lakritzeis im Hörnchen! Die Rückfahrt nach Oulu dauert wieder 40 Minuten und ist unspektakulär. Ein friedlicher Tag.











