3.5.2026 Mai Frühling

3.5.2026 Mai Frühling

Heute morgen stand ich ausgeruht gegen 7.15 Uhr auf. Beim Frühstück bestehend aus einer Handvoll aufgetautem Beerenobst, Stück Apfel, halbe Banane, Rosinen, Haferflocken, Zimt, Hafermilch, 1 Kaffee mit Hafermilch, Wasser, 1 Tasse Tee, las ich Goldstrand weiter.
Das Buch hat den Preis der Leipziger Buchmesse 2026 gewonnen. Nun es gefällt mir außerordentlich gut. Ich kann nicht beurteilen, was dieses Buch von anderen, die ich gut finde, unterscheidet, es heraushebt. Vermutlich wurden die anderen einfach nicht nominiert und gewinnen kann ja nur ein Buch. Ich las dieses Jahr schon ein Buch, welches mir erheblich besser gefiel, Die Enthusiasten. Das Buch, welches ich vor Goldstrand las, war Zähe Hunde. Davon hätte ich gerne noch mehr gelesen, das Ende kam plötzlich, passte aber zur ganzen Geschichte und gab einen guten Abschluss. Als ich am plötzlichen Ende ankam, musste ich sofort das nächste Buch nehmen und anfangen. Der Stapel ist hoch, Goldstrand lag oben.
Nach Lesen und für den Tag fertig machen, ich wählte für angekündigte 29°C ein hochsommerliches Outfit, sammelte ich Putzutensilien zusammen und stürzte mich auf die Reinigung der Wohnung und Klamotten. Waschmaschine anstellen. Ich begann mit dem Balkon, fegen und dabei ein riesiges geflügelte Insekt aufscheuchen. Deshalb bleibt eine Ecke ungefegt, bis das Viecherl von alleine weggeflogen ist, Fensterbänke, Balkongeländer, Boden wischen. An der Bank einen neuen Kabelbinder anbringen, der verhindert, dass diese wackelt. Fertig. Boden der Wohnung wischen, den Treppenabsatz ebenfalls. Kind hatte ihn vorher gefegt. Fertig. Bad. In der Küche die Ablagen, Kaffeemaschine, Wasserkocher, Wasserhahnende entkalken. Spüle schrubben, fertig. Staubsaugen mache ich morgen, dann störts keine Nachbarn. Gegen 11 Uhr fange ich an zu kochen und schreibe zwischendurch diesen Text vor.

Am Samstag hatte ich frei! Vormittags suchte ich alle Bastelutensilien zusammen, bastelte und dekorierte Postkarten, ging zum Briefkasten, um alles abzusenden. Dabei fand ich Sonne, Frühling und sah, dass die zweifarbig blühenden Kirschbäume mit der weißen Blüte fertig sind, Blätter bekommen haben, aber rosa Blüten noch dran sind. Einkaufen und Kochen.
Nach dem Mittagessen fuhren die Kids und ich in den Grunewald. Zum Glück fuhren wir antizyklisch zu den mit singenden Fußballfans gefüllten Bahnen. Trotz Signalstörung gelangten wir zügig und direkt ans Ziel. Dort tummelten sich eine Menge Radfahrende und Spazierende. Nach Überwindung des kleinen menschlichen Staus verteilten sich alle ganz gut auf den sonnigen Wegen. War das warm und staubig, trocken! Gut, dass ich keine Jacke mitgeschleppt hatte. Die angekündigten 28 °C wurden auf jeden Fall erreicht. Wir spazierten zur Sandgrube, ein Ort im Berliner Grunewald, welcher teils Naturschutzgebiet, teils Naherholungsfläche ist, ein ehemaliges Sandabbaugebiet. Es war so entspannend dort. Ich lag auf dem Rücken auf einer Decke, schaute in die Äste eines Baumes mit Zapfen dran, dahinter blauer Himmel. Eventuell bin ich kurz eingeschlafen. Ich las im Buch weiter, wir machten ein kleines Picknick, es wurde geschnitzt. Im Grunde wirkt das Gelände wie ein riesiger Krater, oben drüber kreiste ein Raubvogel und einmal flog ein Hubschrauber vorbei. Die Grillen zirpten. Später ging ich einen Geocache finden, sah auf dem Weg 2 Menschen, die Drohnenfliegen übten. Ich überlegte kurz, ob ich da einfach vorbei gehen kann, dann ertönte ein Signalton, der Drohnenakku war leer. Ich begegnete einem Hund ohne Leine, der von seinem Frauchen angewiesen wurde, mit mir nichts zu machen, er schaute mich kurz von der Seite an. Als das Frauchen mit mir gleichauf war, klickerte sie und der Hund bekam noch eine Belohnung. Zurück liefen wir kurz am Teufelssee vorbei, dort waren alle anderen auf der Wiese, kaum jemand war im Wasser. Da hatten wir es idyllischer gehabt.

Zurück zum heutigen Sonntag. Auf dem Rückweg vom Sport begegnete ich Menschen. Einer sang im blauen T-Shirt ganz laut: Wiiiir haben verloooren! Am Arm seiner Begleitung schaukelte er raumgreifend über den Bürgersteig, das Bier in der Hand. Er sah so traurig aus, dass ich ihm im vorbeigehen tröstend zurief Tut mir leid für dich! Ein Mann packte etwas in oder aus seinem Auto, wollte nach vorne gehen, dabei löste sich ein Pflasterstein aus dem Bürgersteig, er stolperte, konnte sich aber gerade noch fangen. Das war aber fies… sagte ich zum ihm. So viel hatte ich noch nie auf dem Weg vom Sport mit fremden Leuten geredet. Dann fuhr einer mit einem musikalischen Fahrrad vorbei, schaute mich an. Ich dachte nein, es genügt.

Gerne und aufmerksam habe ich bei hmbl den Artikel Postpostscriptum gelesen. Ich hoffe, ich werde meine mir mühsam antrainierten Werkzeuge nie vergessen und stehts parat haben. Ich habe Angst über dieses Thema zu schreiben und fühle mich gesehen, wenn ich es an anderer Stelle so reflektiert nachlesen kann. Ich habe Angst, wegen des schwarzen Hundes ausgeschlossen zu werden. Wurde ich nämlich schon und er schließt mich immer noch von anderen Menschen und Aktivitäten aus. Das tut weh. Mein Hund macht sich größer, wenn er Aufmerksamkeit bekommt. Ich bin sehr dankbar bei hmbl darüber zu lesen. Die Traute zu kommentieren habe ich noch nicht gehabt. Hier bin ich heute einmal über den Schatten gesprungen.

Ich rede sehr gerne und sehr viel über Postcrossing und es ist mir mittlerweile herzlich egal, dass wenige meiner Bekannten (nur eine) das mit mir teilen. Es muss einfach raus, wenn jemand zuhören mag. Ich liebe es auf Englisch zu schreiben, ich liebe es mich darüber zu mokieren, dass schon wieder nichts im Briefkasten war, ich liebe es mich zu freuen, wenn etwas im Briefkasten ist. Ich liebe es, wenn Freundinnen mir ihre alten unbeschriebenen Postkarten mitbringen und mir schenken, zum Aussortieren. Ich liebe es auch bei mir fremdelnden Profilen einen Punkt zu finden, über den ich schreiben kann. So habe ich heute zum Beispiel die Adresse eines absoluten Angelfans gezogen. Weiß ich etwas über Angeln? Nur rudimentär. Habe ich eine Karte zum Thema Angeln oder Fischen? Zur Zeit nicht. Unter ferner liefen interessierte er sich auch für Geschichte und Militär. Nun bekommt er eine Karte mit Friedrich dem Großen und ich habe mich erinnert, wie ich als Kind mit meinem Vater im Urlaub angeln gewesen bin. Nie etwas gefangen. Trotzdem ist es eine schöne Erinnerung und wurde auf die Postkarte geschrieben.
Zwei Postkarten aus dem letzten Londonurlaub durfte ich heute auch verschicken, nach dem Motto „Not my Country“ schicke ich den Tower of London nach Spanien und Westminster Abbey nach Uruguay. Als ich heute eine Postkarte mit einer Retroansicht der Tilsiter Lichtspiel beschrieb und an die USA adressierte, dachte ich dabei an iberty, das Yorck-Kino und dass ich wahrlich keine Kinogängerin bin und beim Bloglesen stets etwas dazu lerne. ...Murder is my favorite crime

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