#WMDEDGT? 5.2.2026

#WMDEDGT? 5.2.2026

Anbei der Link zur Tagebuchbloggerin Frau Brüllen, herzlichen Dank an dieser Stelle.

5.47 erwache ich das erste Mal, die restliche Ferienwohnung schläft noch, der Boden vibriert ein wenig, als unten ein Auto vorbei fährt, über dem Haus kreist anscheinend ein Hubschrauber. Ich denke mir ob ich die jahrelang gewöhnte Weckzeit von 5.45 jemals loswerden oder bis zum Ende zuverlässig um diese Zeit aufwachen werde? Bevor mein Hirn weitere hirnrissige Gedanken produziert, nehme ich mein aktuelles Buch Laila Lalami Das Dream Hotel und lese im Dunkelmodus die dystopische Geschichte, in der Sara in einer Einbehaltung- Anstalt/-Hotel/-Gefängnis ihren Gefährlichkeitsindex verbessern muss, um wieder frei zu kommen. Spoiler: nach 1/3 des Buch sitzt sie schon 291 Tage ein und weiß nicht warum. Die Welt ist ein totaler Überwachungsstaat, KIs prüfen deinen Alghoritmus, berechnen dich und stufen dich ein.
Ich schlafe nach einer Stunde noch Mal ein bis ca 8 Uhr. Ziehe mir nach dem Aufstehen einen Pulli über, der Altbau hat tatsächlich nur einfachverglaste Fenster, das hatte ich zuletzt in einem Pseudosanierten Haus im Wedding, es wird aber mit Heizung schnell warm.

Zuerst gibt es ein krankes, leicht glühendes, aber pflegeleichtes Kind zu versorgen, Lüften, Heizung an, Frühstück.

Ich mache Wasser heiß und gieße 3 Löffel Kaffeepulver in einer Tasse auf. Es gibt eine Tasso-Maschine mit 3 Kapseln, das Gerät ist aber auseinandergebaut und es gibt keine Anleitung, ob das extra kostet. Zu den drei Wasserflaschen gab es extra einen Brief, das Wasser wäre kostenlos, die leeren Flaschen müssten aber dableiben, sonst würde man eine Strafe zahlen müssen. (Augenrollsmiley). Eine Ferienwohnung mit vielen Regeln auf vielen Zetteln und Kameraüberwachung im Flur. Dafür bebt bei jedem Treppengang das ganze Haus.
Ich bin abgeschweift.

Wir frühstücken lange, dann lesen, surfen, hören wir alle irgendwas online, während die Sonne über das Hausdach gegenüber kriecht und die Wohnung erwärmt. Ich beobachte zwischendurch die Tauben, die zahlreich auf allen möglichen Simsen und Dachfirsten den Frühling ausleben, kritisch beobachtet von Plastikraben.
Ich erledige ein bisschen Haushalt: Splittsteinchen wegsaugen. Es wird wärmer, ich kann wieder Lüften ohne zu frieren. Zwischendurch lese ich die zahlreichen Ninawarnungen von Berlin wegen Eisregen, Glätte und freue mich darauf gar nicht.

Zwischen 10 und 12 schreibe ich Postkarten, privat und welche für Postcrossing.
Gegen 12 Uhr verlassen wir kurz im Sonnenschein die Wohnung um in der Severinsstraße Mittagessen zu kaufen. Pizza, Salat und Falafel. Es ist sehr wuselig dort, ein Brunnen am Marktplatz wurde mit Holz verschalt, zum Schutz vor Jecken, die demnächst zum Karneval hier feiern werden.

Nach einer Mittagsruhe, fahren wir mit Bus und Bahn in die Stadt, 3 Stationen nur. Das Kind ist abgekühlt und kann mit. Wir stöbern im Buchladen, der voll ist. Es ist schwierig im Cafe einen Platz zu finden, es ist proppenvoll. Wir landen im Museumscafe Haubrich Museum, ohne Museumsbesuch, dass nimmt man mir anscheinend übel. Ich quetsche einen zusätzlichen Stuhl an einen 2erTisch. An der Theke schließt eine völlig fertige Servicekraft vor mir die Augen, atmet mehrmals gepresst ein und aus, dann Bitteschön!!? Ich bestelle Kuchen, Latte Macchiato, Limonade. Währenddessen beklagt sie sich bei Kolleginnen über den Stress. In die Milchkanne gießt sie aus 3 verschiedenen Packungen Milch. Nur keine Hafermilch, wie ich bestellt habe, als ich sie darauf aufmerksam mache, schreit sie das ist Hafermilch. Schönen Dank auch. Dann wird mir das keine Kartenzahlung Schild vor die Nase gehalten, kaputt. Ist nicht das einzige, was hier kaputt ist. Nur der Kuchen ist köstlich!

Eine andere Servicekraft räumt leeres Geschirr von den vollbesetzten Tischen, versucht wirklich mir meines zu entreißen, obwohl ich noch nicht fertig bin. Ich beschwere mich laut. Eine Entschuldigung bekomme ich nicht. Kaum sind wir fertig, treten wir die Flucht an. Wtf? War das denn?

Entspannter Rückweg im leichten Regen gegen 16.30 Uhr ein Stück zu Fuß, Kind schafft das. Dann beobachten wir an der Bushaltestelle Heumarkt, wie viele verkleidete Frauen aus einem Hotel strömen. Es gibt Fliegenpilzgruppenkostüme, Teufel, Funkemariechen, allen scheint gemein, dass sie frieren, denn zum Wetter passenden Jacken tragen nur die wenigsten. Trotzdem sehen alle vergnügt aus.
In der Ferienwohnung weiteres ausruhen, lesen, krankes Kind steht ein bisschen auf, wir naschen Kekse und ich fange an zu bloggen.

Eisglätte Berichte habe ich heute bei iberty gelesen. Krass das Titelbild!!! Passend dazu wurde ich heute sehr höflich gefragt, ob ich Samstag arbeiten könnte, es wären so viele krank. Na klar, da wird es wohl leider wieder ein paar Glätteopfer gegeben haben.

Freitag ab morgens bitte die Daumen bzw. #HerzSoliSneaker drücken für Frau Herzbruch, wer das nicht sowieso schon macht.

Falls auf der Rückfahrt im Zug spannendes passiert, setze ich die Serie noch um eine Geschichte fort, ansonsten schreibe ich vermutlich erst wieder beim nächsten frei.

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