10.4.2026 Moomins im Weltall oder so
Nun bin ich schon den dritten Tag unterwegs. Der startete gut mit einem köstlichen Frühstück aus Blaubeerwaffel, Obstsalat und Rührei, Kaffee und Schorle. An der Rezeption fragte ich nach Zimmerservice, denn ohne Toilettenpapier geht das die nächsten Tage nicht weiter. Das wurde auch so notiert und ich kam mir trotz der Notwendigkeit etwas merkwürdig vor. Kann mich nicht erinnern, wann ich einmal aktiv in einem Hotel danach gefragt hätte. da fehlt mir die Routine.
Prompt kommt eine Erinnerung hoch an das Abschlussseminar einer Fortbildung, welche in Köln stattfand und aus welchem Grund auch immer, wurden wir auf Firmenkosten im besten Hotel der Stadt einquartiert. Lang, lang ists her. Ein Zimmer mit Rheinblick und da ich vergaß, das Bitte nicht stören Schild an die Türklinke zu hängen, fand ich nach einem sehr langen, sehr anstrengenden Tag, meinen Schlafanzug zu einer Seerose gefaltet auf einem perfekt gemachten Bett vor. Fühlte mich unwohl, weil jemand meine Sachen angefasst hatte. Seitdem ist Zimmerservice seltsam für mich. Eine Seerose habe ich aber nie wieder vorgefunden.
Das aktuelle Hotel habe ich ausgesucht, wegen der Waffeln zum Frühstück und es war günstiger als jede Ferienwohnung in der Stadt. Um das Thema abzuschließen, ein kompetentes Hausmädchen hatte nach unserer Rückkehr das ganze Zimmer gereinigt, die Betten wie neu gemacht und alles andere frisch. Sehr hilfreich, obwohl neues Toilettenpapier für mich völlig gereicht hätte.
Heute besuchten wir das Deutsche Museum. Zunächst warf ich ich einige Postkarten ein, dann fuhren wir mit Bus und U-Bahn zum Deutschen Museum, die MVV-App leistet gute Dienste. In jedem Bus gibt es einen Automaten um die Kindertickets zu kaufen, die 5 Stunden gelten. Das Swipen in der MVV-App nutze ich nicht, da ich das Deutschlandticket habe. Nur für die Kinder swipen hat nicht geklappt, ich als Erwachsene kann mich nicht abwählen. Klappt aber hervorragend mit der Orientierung, ÖPNV geübt sind wir ja.
Das Deutsche Museum war soooo voll. Unglaublich, noch mehr Menschen als im Zoo Hellabrunn und dann alles drinnen (Ferienzeit, ich weiß und schlechtes Wetter). Ohne Kinder wäre ich vermutlich mit Kopfhörern durch die Ausstellung gelaufen, einmal war ich gezwungen mir die Ohren zuzuhalten um nicht die sofortige Flucht anzutreten. Extrem beeindruckt hat mich der Astronomieteil des Museums. Satelliten, Geschichte der Raumfahrt, ich hätte stundenlang gucken können. Aber mal ehrlich von nahem sehen die Teile schon ziemlich selbstgebastelt aus, ob die Kabel da außen dran halten und ist die Schutzfolie wirklich nur angetackert? Ich denke, es waren einige Modelle und einige Elemente von echten Satelliten dabei.
Die Experimentestationen im Atomphysikbereich waren super nur von einigen völlig überdrehten Kindern, die einfach immer alle Knöpfe drückten, ohne zu schauen, wie es geht, belagert. Da half nur Geduld und jeweils warten, bis sie ein neues Objekt der Begierde gefunden hatten.
Insgesamt werden Ausstellungen (Chemie, Robotik, Musikinstrumente….) für mindestens drei Tage gezeigt, viel zu viel für uns heute. Im Restaurant hatte ich das vegane Tagesgericht, Curry-Möhrensuppe und Salat, lecker. Leider hat die Bluse nun einen gelben Fleck, den ich zu Hause bearbeiten muss. Vor dem Restaurant bekam jeder einen grünen Stempel auf den Handrücken (wegen Verlassen des Museums). Die Farbe hatte ich eine Stunde später im Gesicht. „Du bist da grün im Gesicht!“ Mein Moment des Tages. Spucke und Taschentuch mussten abhelfen.
Dreimal musste ich mich kurz aus der Menge rausnehmen und mich selber atmen spüren, dann gings wieder. Danke an das Kind mit dem guten Orientierungssinn, ich wäre etliche Male im Kreis gelaufen.
Leider, leider gab es keine einzige Postkarte der Astronomie Ausstellung zu kaufen.
Auf dem Rückweg machten wir am Odeonsplatz Stopp, ich besuchte kurz den Kassenbereich im Literaturhaus und kaufte ein paar Moomin Postkarten. Im Cafè Müller fanden wir einen Platz für Kaffee und vegane Schokotorte. Bevor wir unsere müden Füße und Köpfe ins Hotel zurückfuhren und auf die frisch aufgeschüttelten Kissen betteten.
Als ich vor gefühlt hundert Jahren auf Klassenfahrt im Deutschen Museum war, gab es eine Vorführung mit einem faradayschen Käfig. Die hatte mich bis heute wahnsinnig beeindruckt und ist neben der Migräne, die mich damals nach dem Aussteigen aus dem Zug überfiel, eine der wenigen Erinnerungen an diese Fahrt.
Nach Ankunft im Hotelzimmer las ich mein Buch weiter und hielt ein kleines Schläfchen, dann Postkarten schreiben, bei Artmemis II im Stream vorbeischauen, Funfacts gucken und mehrmals laut lachen, Abendessen im Bett, Buch auslesen, schreiben. Nun gehts schlafen.








