31.12.2025 Raunächte, Großbuchstaben und KrapfenBerlinerPfannkuchen

31.12.2025 Raunächte, Großbuchstaben und KrapfenBerlinerPfannkuchen

Die Tage zwischen den Jahren, so nenne ich sie, sind geprägt von Nichtstun. Aktiv Füße hochlegen und Ausschlafen tun so gut. Die Kraft kommt zurück.
13.30 Uhr Berlin böllert sich warm.
Das Glatteis in Berlin lädt nicht zu langen Spaziergängen und Geocachingwanderungen ein, nach Draußen kommen ich und wir trotzdem. Mit Familie besuchen wir das Museum Futurium in Berlin direkt am Hauptbahnhof gelegen, es hat immer freien Eintritt (pure Begeisterung, unbezahlte Werbung). Ich hatte schon vorher ausgekundschaftet, dass es sonntags Familien Lab gibt, das sind regelmäßig wechselnde Workshops. Wir warten mit einer Menge anderer Kinder ungeduldig, dass es um 12 Uhr losgeht. (Hier äußert sich mein einziger Kritikpunkt: Das ist Mittagessenkoch- und essen Zeit.) Wir hatten spät gefrühstückt und einen Bäckereibesuch danach in Aussicht. Zwei Museumsbetreuerinnen leiteten (Mehrsprachig) an Laptops Programmieren von kleinen Robotern an. Es gab ein Heft mit Programmieranleitungen für drei Grundfunktionen, Geradeausfahren, Abbiegen, Sensoren benutzen. Toll! Mein Robiboterkäfer konnte mittels Infrarotsensor Hindernisse erkennen und rechtzeitig davor links abbiegen. Ich schrieb ein Miniprogramm, mit dem er die Tonleiter abspielen sollte. Lernte dann, dass er leider keine Töne kann, abgesehen von einem hohen Dauersirren.
Ein anderes Robbi-Modell konnte auf seinem Rücken programmierte Buchstaben anzeigen und durchlaufen lassen.
Wir bastelten einfache Bürstenroboter, die dann schrubbend über den Tisch kreisten.
In der Ausstellung gibt es zur Zeit eine begehbare Skulptur, die aus 10 l Wasserplastikbehältern und Pflanzenphasern der Mangrovenwälder besteht. Klimawandel. Sehenswert finde ich, sind die vielen Proben von Unternehmen, die sich mit alternativer Rohstoffgewinnung und deren Wiederverwertung befassen. Orangenleder als Beispiel und eine Pflanze, die aus belasteten Bergwerkböden Elemente herauszieht. Diese können beim nach Verbrennung der Pflanze aus der Asche wiedergewonnen werden. (Noch unrentabel.) Das Museum hat den Anspruch Möglichkeiten zu zeigen, wie Mensch, Natur und Technologie in Balance sein können. In einem großen Roboter Bereich, kann man mittels eines Armbändchens aktiv Dinge bewegen und erleben. Ist schwer zu erklären. Und war dann teilweise zu voll für mich. Gut, dass wir früh da waren. Es gibt einen Museumsshop, in dem ich vom Postkartenkaufrausch überwältigt wurde. Tatsächlich sah ich Karten und wusste genau, wem ich sie schicken werde. So schnell komme ich auch nicht mehr in diesen Laden. Oder doch? Ist schließlich nur 30 Minuten S-Bahn entfernt.
Das Kind erwarb einen 16er Zauberwürfel vom Weihnachtsgeld und hat ihn bis heute lösen gelernt.

Mit Freundinnen gehe ich ins Kino, hinterher essen wir in einem Ramen Restaurant. In der Kinovorschauwerbung laufen viele deutsche Filmtrailer. Bin etwas verwirrt, weil die Schauspielerinnen in scheinbar allen Filmen mitzuspielen scheinen. Das sage ich aber nicht laut. Schreibe es hier auf, die Gesichter kenne ich fast alle, nur die Namen nicht. Bei diesen Quizfragen wäre ich ein mieser Telefonjoker.
Weil ich ja Urlaub habe, mache ich mich am sonnigsten Tag mit einer Thermoskanne voll Tee auf zum Geocachen. Zwei Rätsel habe ich bereits vorab gelöst. Weil es immer noch sehr kalt ist und man zum Cachen oft die Hände ohne Handschuhe braucht, wähle ich einen kurzen Ausflug. Auf dem Vorplatz der Bahn und den Straßenbahnsteigen ist es spiegelglatt. Die drei Streusteinchen sind eingefroren.
Es weht ein eisiger Wind, gefühlt minus 6-10 Grad. Ich stapfe los über eine trockene stark befahrene Brücke, biege auf Fußwege ab, zum Teil eisfrei, zum Teil laufe ich am Rand auf gefrorenem Laub. Ich finde einen klassisch versteckten Cache, kleine Dose, die an einem Baum im Efeu versteckt ist. Ich fotografiere viel kaltes Wasser in Berlin, trinke etwas Tee.

Blick pber einen mit dünnen zweigen bewachsenen Zaun auf ein von Sonne beschienenes und golden wirkendes Ufer, dort braune kahle Bäume und Häuser, ein Boot ankert am Ufer. blauer Himmel mit weißen und grauen bauschigen Wolken
Oben blauer Himmel mit dicken weißen Wolken, in der Mitte ein breiter Fluss, das Wasser wirkt dunkel und von der Sonne beschienen, an den Ufern braune unbelaubte Bäume, dazwischen Häusern


Dann balanciere ich über eine weißgefrorene Straße in ein unbelaubtes Gebüsch und finde eine große Schatzkiste. Von weitem sieht es aus wie ein Gartenabfallhaufen. Innendrinn ein Sternenhimmel im Deckel und eine Sternenkarte mit viel Liebe zum Detail eingerichtet. Mit einem Umweg über eine öffentliche Toilette, suche ich noch einen dritten Rätselcache. Schließlich habe ich Urlaub rede ich mir gut zu und keinen Zeitdruck. Ich suche geraume Zeit und finde nichts, das ist manchmal so. Am Himmel türmen sich nun glühende Wolken auf und zerwehen in Fetzen. Auf dem Weg zur Straßenbahnhaltestelle mache ich viele Fotos. 6 Minuten muss ich warten und trinke Tee zum Aufwärmen der Hände und für den Kreislauf, der ein bisschen wackelt. Am Umsteigebahnhof mache ich noch einen Abstecher zum Supermarkt, in dem in dem Moment die traurigen Gestalten überwiegen. Herje. Viel lautes Selbstgespräch, eine total erkältete Familie, der ich gerne den Vortritt lasse, um dann im Nachbargang ohne Viren einkaufen zu können. Es fehlen noch Kartoffeln, Paprika, Käse und Würstchen. Extra mit darf eine neue! Sorte gemischte salzige KaffeeNaschereiTüte. Teuer im Verhältnis und sehr lecker.

vorne schwarze Silhouetten von kahlen Bäumen, Häusern, Straßenlaterne, blauer Himmel davor orange glühende Wolkenfetzen
Vorne im Bild Oberleitung einer Straßenbahn, dahinter zwei modern geschnittene kantige Häuser, Himmel rosa rot glühende Wolken, die von links ins Bild ziehen.



An Silvester zum ersten Mal mit dem Nachbarn zusammen die Treppe vor dem Haus vom Schnee befreit. Der verwandelt sich in Berlin nämlich in Nullkommanichts in Eisglitsch. Am Rodelberg um die Ecke ist was los, ich fotografiere Schnee, bevor ich zum Baguettekauf antrete. Vorher muss ich allerdings bei Kaufland zwei Postkarten über den Postshop abschicken. An Silvester kommt mir nichts in die Briefkästen. Nach der Gemüseabteilung folgt im Mittelgang das Feuerwerk, DARF ICH BITTE MAL VORBEI? Ja ich darf, werde wohlwollend die Anführerin einer Schneise in die Menschenmenge für die mir nachfolgenden Einkaufswagen. Dann nächster Halt am KrapfenBerlinerPfannkuchenstand. Quasi jeder Kunde kauft einen 6er Pack, ich habe Eierlikör, Erdbeer und Vanille. Dann erwarte ich den Stapel abgepackter, vorbereiteter Baguettes. Weiß doch jeder dass ALLE Raclette und Fondue speisen an Silvester und daher Baguette benötigen. Nada, nichts, gar keine. In der Backtheke alles leer, bis auf KrapfenBerlinerPfannkuchen. Und der Laden hat noch bis 16 Uhr geöffnet. Ich kaufe zähneknirschend ein geknotetes Wurzelbrot. Hoffe auf den Bäcker neben Kaufland und Aldi gegenüber. Mit einem Rucksack voller Getränke und Gebäck gehe ich zum Bäcker. Die verkaufen KrapfenBerlinerPfannkuchen, statt einer Verkäuferin sind 3 dort. In der hinteren Auslage liegt noch EIN großes Baguette. Ich stelle mich in der Schlange an und versuche nicht zu offensichtlich auf das Brot zu gucken. Alle Kundinnen vor mir kaufen KrapfenBerlinerPfannkuchen. „ICH möchte bitte ein Baguette!“ :eingepackt wird es in eine Tüte mit französischen Nationalfarben. Juhu!
Jetzt kann raten wer will, was es bei uns am Silvesterabend gibt. Frohes Neues Jahr!

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